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Thema des Monats - März 2005


Schluss mit dem Parkplatz-Chaos?

Auto abgestellt und eine erfrischende Apfelschorle in der nächsten Kneipe genossen – diese Zeiten sollen demnächst um den Boxhagener Platz vorbei sein. Denn der Bezirk plant, zwischen Simon-Dach-Strasse und Seumestrasse eine Parkraumbewirtschaftung einzuführen. Das heißt: Parkscheinautomaten für Kurzzeitbesucher, Vignetten für die Anwohner (Kosten: voraussichtlich 60 Euro pro Jahr).
 



Autos kreuz und quer: Eine Parkraumbewirtschaftung soll auch rund um den Boxhagener Platz für Entspannung sorgen


 
Durch ein Gutachten wurde ermittelt, dass sich die Verkehrsbelastung durch Parkraumbewirtschaftung verringern lässt. Die Gutachter waren jeweils donnerstags, samstags und sonntags über den Tag verteilt fünf Stunden lang unterwegs und haben die Belegung der Parkplätze dokumentiert.
 
Dabei wurde festgestellt, dass an Donnerstagen und Samstagen die Chance auf einen freien Parkplatz mittags und am frühen Abend am größten ist. Dafür waren an allen drei Tagen zwischen 21 und 22 Uhr mehr Autos abgestellt als Parkplätze vorhanden sind. Diese Überbelegung führen die Gutachter auf Kneipenbesucher zurück. Auch sonntags mittags sind viele Autos nicht nur auf ausgewiesenen Parkplätzen abgestellt – Ursache: der Trödelmarkt.
 
Das Bezirksamt erhofft sich von der geplanten Parkraumbewirtschaftung, dass gebietsfremde Dauerparker, zum Beispiel Beschäftigte in der Frankfurter Allee, zum Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel bewogen werden. Kunden, Besucher und vor allem Anwohner sollen hingegen schneller einen Parkplatz finden. Viele Geschäftsleute aus dem Kiez fürchten aber, dass ihre Kunden ganz wegbleiben, wenn sie für einen Parkplatz noch extra zahlen müssen.
 
Ca. 50 Anwohner folgten am 9. März der Einladung des Bezirksamtes zu  einer Diskussionsveranstaltung.
 
In einer lebhaften Diskussion wurde ungefähr gleichviel Zustimmung und  Ablehnung darüber geäußert, ob eine Parkraumbewirtschaftung tatsächlich  die gwünschte Minderung der Verkehrsbelastung bringt.. Mehrfach wurde der Wunsch geäußert das Gebiet bis zur Knorrpromenade zu erweitern.
 
Einig waren sich aber alle, daß Parkraumbewirtschaftung  nur Sinn gibt, wenn ausreichend kontrolliert und falsches Verhalten der Autofahrer geahndet wird. Vom Bezirksamt wurden deshalb regelmäßige Kontrollen durch das Ordnungsamt angekündigt.
 
Der Stadtrat Dr, Schulz sagte zu, daß die  Anregungen aus  der Diskussion in die Entscheidung der Bezirksverordnetenversmamlung einfließen werden. Als Nächstes wird das Thema im Verkehrsausschuß der BVV diskutiert. Diese Versammlungen sind öffentlich.  Der Sitzungstermin wird  im Quartiersbüro ausgehängt werden.
 




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